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Artikel vom 20.03.2004

8. Lachsforum in Gifhorn

Am 20.03.2004 fand in den Vereinsräumen des ASV Gifhorn auf Einladung des Lachsfördervereins Niedersachsen das 8. Lachsforum der AOLG statt. Themenschwerpunkte waren das Referat von Stefan Ludwig "Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie in Niedersachsen" und der Vortrag von Christine Lecour vom Niedersächsischen Landesamt für Ökologie - Dezernat Binnenfischerei - über das Monitoring abwandernder Smolts und Blankaale in der Oker in 2004.

Eckard Niemeyer, 1. Vorsitzender des ASV Gifhorn, begrüßte die Gäste und die 25 anwesenden Teilnehmer aus den Mitgliedsvereinen der AOLG, den 4 Gewässerwarten vom SFV Hameln und Umgebung und Herbert Hahn, als 1. Vorsitzenden des ASV Isenbüttel. Als nächstes folgten die Grußworte des 1. Vorsitzenden des Lachsfördervereins, Hans Joachim Sterner, des Bürgermeisters von Gifhorn, Herr Manfred Birth, und von Frau Antje Präger Amtsleiterin Umwelt und Recht des Landkreises Gifhorn.

Die beiden Sprecher der AOLG, Hans-Jürgen Sauer und Dr. Frank Pohl, gaben einen Rückblick über die Erfolge der letzten Monate an der Oker. Mit dem Bau des Umgehungsgerinne in Müden, der Sohlgleite in Hillerse, dem Mäander-Fischpass in Rothe Mühle, dem Fischkanupass in Ölper und der Umgehung an der Schwarzen Brücke bei Schladen sind weitere Fischaufstiegshindernisse an der Oker beseitigt worden. Nun seien die Lachsbeauftragten der AOLG in 2004 gefordert, ihr auf den den Lachsforen erworbenes Knowhow in der Überprüfung der Funktionalität der Fischwege einzubringen. Die Mitglieder des ASV Müden-Dieckhorst übernehmen die Kontrolle am Müdener Wehr und der ASV Walle und der Klub Braunschweiger Fischer betreuen ab dem 28.03.2004 den Mäanderfischpass in Rothe Mühle. Der Natur- und Artenschutzbeauftragte des Lachsförderverein, Jürgen Wagner, berichtete weiter, dass das letzte Aufstiegshinderniss an der Oker im Landkreis Gifhorn am Meinerser Wehr in 2005 fällt, somit ist die Oker in 2005 bis nach Braunschweig wieder durchgängig. Stefan Ludwig berichtete über die neugeschaffenen Kiesbetten an der Schunter. Er betonte, ohne die "Institution AOLG" wäre dies so nicht möglich gewesen. Es gäbe eine sehr gute Zusammenarbeit mit dem Unterhaltungsverband Schunter, ebenfalls Mitglied der AOLG und auch anderen Institutionen.

Jürgen Sauer präsentierte seinen neuen AOLG-Film: " Der Lachs braucht keine Hindernisse - wir geben im wieder freie Flüsse ", der mit viel Beifall honoriert wurde. Stefan Ludwig vermittelte dem Forum einen Überblick über den zeitlichen Ablauf der Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie (EU-WRRL) und ermutigte die Teilnehmer sich aktiv einzubringen. Mehr Informationen hierüber sind im Internet u.a. unter www.wasserblick.net und www.wassernetz.org abrufbar.

Frau Christine Lecour hob in ihrem Vortrag das Gemeinschaftsprojekt vom NLÖ -Dezernat Binnenfischerei, dem Danish Center of Vildlaks (DCV) und der AOLG hervor. 10.000 Smolts würden an 5 explizit ausgewählten Punkten der Oker ausgesetzt werden. Jede der 5 Besatzfraktionen hat eine eigene farbliche Kennung, sodass am Müdener Wehr eine genaue Zuordnung der gefangenen Smolts erfolgen kann. Ziel dieses beispielhaften Projektes sei es, eine genaue Aussage über das Wanderverhalten der Smolts und den Einfluss von abiotischen (u.a. Wasserkraft) und biotischen Faktoren (u.a. Prädationsdruck durch z.B. Hechte) zu ermöglichen. Zudem solle im Herbst 2004 das Potenzial an abwandernden Blankaale erfasst werden.

Sauer und Sterner betonten ausdrücklich, dass die Gespräche mit den Wasserkraftsbetreibern weiter vertieft werden sollten, um für den Fisch das (Best)möglichste zu tun. Konfrontationen abbauen, statt aufzubauen seien hier eine gangbare Alternative. Danach erfolgte eine rege Diskussion über die Beiträge der Referenten und die Teilnehmer freuten sich schon auf das Wiedersehen beim 9. Lachsforum der AOLG am 13. Juni 2004 beim ASV Walle.

Der 1. Vorsitzende des ASV Isenbüttel, Herbert Hahn, lobte die gelungene Veranstaltung und gab den geplanten Beitritt des ASV Isenbüttel zur AOLG bekannt. Zum Abschluss des 8. Lachsforum gab es das obligate gemeinsame Mittagessen, bei dem köstliches Spanferkel mit Sauerkraut von den Frauen des ASV Gifhorn gekonnt gereicht wurde.


Jürgen Wagner im Gespräch mit Antje Präger und Christine Lecour (v.l.)
Lachsförderverein Niedersachsen
Gartenstraße 36
D-38685 Langelsheim
Telefon 0 53 26 – 8 57 01
Gesprächspartner: Herr Hans Joachim Sterner
Datum: 20.03.2004
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